Erste Hilfe bei Hitzenotfällen

Selbstüberschätzung ist das häufigste Problem, was zu einem Hitzenotfall führt. Aus diesem Grunde haben wir für Sie mal einen kleinen Leitfaden zusammengetragen. Es gibt drei wichtige Gruppen: Hitzeschlag, die Hitzeerschöpfung und der Sonnenstich.
Die Symptome und erste mögliche Maßnahmen haben wir für Sie mal zusammengefasst. Vielen Dank an die RKT Rettungsdienst oHG und Dr. Sergej König, vom Medic Center Nürnberg-Schweinau. In allen Fällen ist es hilfreich, das Sekretariat unter 0 23 05 – 6 20 27 zu informieren. Denn von A4 oder C5 bis zum Clubhaus noch zu laufen ist unklug. In dringenden Fällen informieren Sie natürlich direkt den Notarzt!

Hitzeschlag:

Ein Hitzschlag beruht auf einem Wärmestau im Körper. In heißer Umgebung, bei körperlicher Anstrengung und unzweckmäßiger Kleidung kann der Körper nicht genügend Wärme abführen und stellt die Schweißbildung ein.
Anzeichen:

  • Trockene Haut, meist fehlendes Schwitzen
  • Rote und warme Haut sowie einen hochroten Kopf
  • Erhöhte Temperatur
  • Schwindel, unsicherer Gang

Verhaltensstörungen:

  • Aggressivität
  • Verwirrtheit
  • Bewusstseinsstörungen bis Bewusstlosigkeit
  • Krampfanfälle (selten)

Massnahmen bei Hitzeschlag:

  • Personen sofort abkühlen, d. h. mit Wasser benetzen
  • Kleider öffnen, aktiv Luft zuführen (mit Ventilator oder Fächer)
  • Kältebeutel auf den Nacken, in die Achselhöhlen und die Leistenbeugen legen
  • Wenn möglich an einen kühlen Ort umlagern oder für Schatten sorgen
  • Sofern ansprechbar Getränke geben, vorzugsweise isotonische Lösung
  • Psychologische Erste Hilfe leisten
  • Rettungsdienst alarmieren 112, Lebensgefahr!
  • Oberkörper hoch lagern.
  • Weiter kühlen, bis Körpertemperatur auf etwa 38 °C.

Hitzeerschöpfung

Bei einer Hitzeerschöpfung ist der Körper ausgetrocknet, wegen unzureichender Flüssigkeitsaufnahme bei körperliche Anstrengung und Hitze. Der Körper verliert durch Schwitzen große Mengen Flüssigkeit und Mineralien. Dies führt zu schnellem schwachem Puls und Sauerstoffunterversorgung, Betroffenen wird „schwarz vor Augen“. Die Hitzeerschöpfung ist eine Vorstufe zum Hitzschlag.
Anzeichen der leichten Hitzeerschöpfung:

  • Starkes Schwitzen
  • Rötung der Haut
  • Durst
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Augenflimmern

Anzeichen der ausgeprägten Hitzeerschöpfung:

  • Frösteln
  • Blasser Kopf
  • Starkes Schwitzen
  • Erschöpfung
  • Normale oder nur wenig erhöhte Körpertemperatur
  • Benommenheit
  • Selten übergehend in Bewusstlosigkeit

Massnahmen bei Hitzeerschöpfung:

  • Personen sofort abkühlen, d. h. mit Wasser benetzen
  • Kleider öffnen, aktiv Luft zuführen (mit Ventilator oder Fächer)
  • Kältebeutel auf den Nacken, in die Achselhöhlen und die Leistenbeugen legen
  • Wenn möglich an einen kühlen Ort umlagern oder für Schatten sorgen
  • Sofern ansprechbar Getränke geben, vorzugsweise isotonische Lösung
  • Psychologische Erste Hilfe leisten – Betroffene niemals alleine lassen
  • Den Rettungsdienst 112 bei ausgeprägter Hitzeerschöpfung oder nicht abklingen Symptomen alarmieren
  • Schocklagerung, d.h. Beine hoch legen.

Sonnenstich

Beim Sonnenstich ist nur der Kopf betroffen. Wenn die Sonne auf den unbedeckten Kopf oder Nacken stahlt, kann es eine Reizung der Hirnhäute geben. Besonders Personen mit einer Glatze, Kleinkinder und Säuglinge können davon betroffen sein.

Anzeichen:

  • Hochroter und heißer Kopf
  • Nackensteife
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Temperatur erhöht über 40 °C

Vorsicht: Der Sonnenstich kann bis zu 8 Stunden verzögert auftreten.

Massnahmen bei Sonnenstich:

  • Personen sofort abkühlen, d. h. mit Wasser benetzen
  • Kleider öffnen, aktiv Luft zuführen (mit Ventilator oder Fächer)
  • Kältebeutel auf den Nacken, in die Achselhöhlen und die Leistenbeugen legen
  • Wenn möglich an einen kühlen Ort umlagern oder für Schatten sorgen
  • Sofern ansprechbar Getränke geben, vorzugsweise isotonische Lösung
  • Psychologische Erste Hilfe leisten – Betroffene niemals alleine lassen
  • Den Rettungsdienst 112 spätestens bei Bewusstseins- und Verhaltensstörungen oder Temperatur über 40 °C alarmieren
  • Oberkörper hoch lagern

Bei allen 3 Hitzenotfällen, wie bei alle Notfällen:

  • Kontrolle und Überwachung der Vitalwerte
  • Flüssigkeitszufuhr insofern Person bei Bewusstsein, in kleinen Schlücken – Gefahr der Exsikkose (Austrocknung)
2019-06-25T16:18:13+02:00News|0 Kommentare